Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet Anpöbeln, Fertigmachen (mob =
Pöbel, mobbish = pöbelhaft).
Das Phänomen, das dahinter steckt, ist der lang andauernde Psychoterror in
der Schule, was im Übrigen keine Erscheinung jüngeren Datums ist. Unter
Mobbing sind nicht die alltäglichen Schulkonflikte gemeint, sondern
Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen eine
Mitschülerin oder einen Mitschüler
gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinaus - ein halbes Jahr
oder länger - vorkommen.
Mobbing steht für alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben,
als eine Mitschülerin oder einen Mitschüler fertig zu machen.
Dazu gehören etwa hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen,
Drohungen, Quälereien oder sexuelle Belästigungen.
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Mobbing beginnt harmlos und sein Verlauf ist schleichend. Die Betroffenen
nehmen die Gehässigkeiten und dummen Sprüche zuerst auf die leichte
Schulter. Niemand will sie wahrhaben. Doch diese Angriffe wachsen sich aus und
unterhöhlen das Selbstvertrauen des Opfers. Es verliert zunehmend sein
Ansehen in der Schule und wird zur offiziellen Unperson gestempelt Die Mitschülerinnen
und - schüler beginnen sich von der oder dem Betroffenen zu distanzieren und
unterschlagen Informationen. Schuldzuweisungen, Verbreitung von Gerüchten
beginnen. Die/der Gemobbte wird bei Mitschülern und Lehrern ?angeschwärzt?.
1. Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen:
Anschreien oder lautes Schimpfen.
Ständige Kritik an der Arbeit
Ständige Kritik am Privatleben
Telefonterror
mündliche Drohungen
schriftliche Drohungen
Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
Kontaktverweigerung durch Andeutungen
2. Angriffe auf die sozialen Beziehungen
Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
Man läßt sich nicht ansprechen.
Man wird wie Luft behandelt
3.Auswirkungen auf das soziale Ansehen
Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
Man verbreitet Gerüchte.
Man macht jemanden lächerlich.
Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
Man macht sich über eine Behinderung lustig.
Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu
machen.
Man macht sich über das Privatleben lustig.
Man macht sich über die Nationalität lustig.
Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewußtsein
verletzen.
Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher und kränkender Weise.
Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.
Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke
nach.
Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote
4. Angriffe auf die Qualität der Schul- und Lebenssituation
Man weist dem Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu.
Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, sodass er sich nicht einmal
selbst Aufgaben ausdenken kann.
Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben.
Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können.
Man gibt ihm ständig neue Aufgaben. Man gibt ihm "kränkende"
Aufgaben.
Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen,
um ihn zu diskreditieren
5. Angriffe auf die Gesundheit
Androhung körperlicher Gewalt.
Anwendung Leichter Gewalt, z.B. um jemandem einen "Denkzettel" zu
verpassen.
Körperliche Misshandlung
Man verursacht Kosten für den/die Betroffene, um ihm/ihr zu schaden.
Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des/der
Betroffenen an.
Sexuelle Handgreiflichkeiten
6.Wer gegen wen ?
Übergriffe von Mitschülern (= Mobbing auf der selben Ebene)
Den Angriffen liegt eine persönliche Feindschaft zugrunde.
Mobbing aus Zeitvertreib.
Man lässt seine Spottlust/Unwillen an sozial Schwächeren aus
Andersartigkeit (Geschlecht, Rasse, Behinderung, ...)
typisch:
Die Angreifer lassen ihre Gründe im dunklen. Opfer reagieren darauf verwirrt,
was die Mitschüler wiederum belustigt
Die Mobbing Handlungen sind teilweise entnommen aus dem Buch
"Mobbing" von Heinz Leymann Copyright © 1993 by Rowohlt
Taschenbuchverlag, Reinbek
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Vom Mobbing betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer.
Allerdings ist das Mobbingrisiko für Frauen ein wenig höher. Die Opfer sind
Schülerinnen und Schüler, Arbeitnehmerinnen und -nehmer jeden Alters, unabhängig
von ihrer Herkunft, ihrer Äußeren Erscheinung, ihrem Bildungsgrad oder ihrer
?beruflichen? Situation.
Psychologische Studien ergaben keine einheitlichen Persönlichkeitsstrukturen,
weder bei gemobbten noch bei mobbenden Personen.
Fazit: Opfer sein kann jeder!
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